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Landesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. Hamburg

Für eine bessere Psychiatrie und etwas besseres als die Psychiatrie. Miteinander statt allein!

Wer sind wir ?

Alle Mitglieder sind Menschen mit eigener Psychiatrie-Erfahrung als Betroffene.

Was wir fordern ?

Wir fordern die schnelle Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Bereich der Psychiatrie, insbesondere der Freiheits- und Schutzrechte in Hamburg und in Deutschland. In diesem Sinne fordern wir die Entwicklung sinnvoller Alternativen zur Pflege- und Betreuungsmentalität der herkömmlichen medizinischen Psychiatrie unter unserer Mitwirkung als gleichberechtigte Partner. Zwang und Gewalt erzeugen Angst, können aber, wie Bevormundung und Verwahrung, niemals Heilung bewirken. Wir fordern eine subjektorientierte Psychiatrie, die von unseren Erfahrungen und von unserem Erleben im Zusammenhang mit unserer Lebensgeschichte ausgeht, die Dialog und Hilfe zur Verarbeitung der Inhalte der Psychosen und Depressionen anbietet und unsere Bedürfnisse berücksichtigt. Wir wollen offen und unbefangen mit unserer Erkrankung und der ihr innewohnenden Reifungsmöglichkeit umgehen und mehr Eigenverantwortung übernehmen. Wir haben nichts zu verbergen. Viel zu lange ist geschwiegen worden.

Unsere Lebensbedingungen müssen humaner und die Hilfen für uns wirksamer werden. Wir fordern weniger Psychopharmaka und mehr Psychotherapien und ihre Bezahlung durch die Krankenkassen! Depressionen und Psychosen sind nicht medikamentös zu unterdrücken, sondern in ihrer Bedeutung wahrzunehmen und vermehrt in Gesprächen u.a. aufzuarbeiten. Wir fordern ein Ende der psychiatrischen Lehrmeinung von der körperlich verursachten Erbkrankheit, die auch in der Gen-Forschung immer noch vorausgesetzt wird. Jeder von uns soll am gesellschaftlichen Leben und insbesondere am Erwerbsleben teilnehmen können.

Wie helfen wir uns ?

Informationen über eigene Rechte und ihre Durchsetzung bei psychiatrischen Maßnahmen:

  • Wir fordern, dass psychisch behinderte Menschen ärztlichen Behandlungsmaßnahmen zustimmen oder ablehnen können müssen, Aufhebung sogenannter »therapeutischer Maßnahmen« als Disziplinierungsmaßnahmen (Ausgangs- und Telefonsperre, Zwangsverlegungen etc.), Förderung der weitgehend persönlichen und finanziellen Eigenständigkeit der/des Betreuten, Einhalten des strikten Datenschutzes auch für uns
  • Aufzeigen von Hilfsangeboten durch Info-Material
  • Eigene Veröffentlichungen, Seminare, Tagungen
  • Schonungsloses Aufdecken von Missständen bei Zwangseinweisungen, Bauch-, Hand- und Fußfesselungen (Fixierungen), bei der Zwangsbehandlung und bei der Einrichtung von Betreuungsmaßnahmen
  • Gleichstellung gegenüber somatisch erkrankten Menschen
  • Entgegenwirken der diskriminierenden Etikette »psychisch krank«
  • Erfahrungsaustausch untereinander und öffentlich
  • Einflussnahme auf Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Sozialversicherungen, um verbesserte Rahmenbedingungen für familiäre, soziale und berufliche Prävention und Rehabilitation zu schaffen
  • Mitwirkung in unabhängigen Beschwerdestellen
  • Hinzuziehen von gewählten PatientenvertreterInnen zu parlamentarischen Anhörungen, Fachtagungen, Gremien etc.